Samstag: Glastonbury – Bournemouth

Das Riesenrad in Bournemouth

Heute ist ein ganz komischer Tag. Ich wache auf wie immer, fange an zu schreiben, wie immer, gehe zum Frühstück, wie immer, aber dann sind da nur noch 3 Plätze gedeckt. Kein Geschnatter mehr am Tisch – dafür tiefere Gespräche.

Jetzt heißt es auch, die Orga für den Tag wieder selbst zu übernehmen: also packe ich schnell meine Taschen, damit das Zimmer frei wird, und setze mich dann in unseren Circle-Raum, um meinen Blog ein bisschen zu füttern.

Ich könnte hier noch stundenlang sitzen, aber langsam drängt die Zeit – ich will ja noch wohin… noch einmal durch Glastonbury für die letzten Besorgungen und dann heißt es Abschied nehmen von Brian und Clare, die uns so wunderbar in der letzten Woche versorgt haben. We’ll keep in touch !!

Meine Reise soll mich zuerst nach Longleat in den Herrschaftssitz führen, wo so viele Pilcher-Filme gedreht worden sind. Ein Schild mit „Pre-booked tickets only“ bringt mich in die Realität zurück. Aber das ist gar nicht das Problem – Ausnahmen gibt es immer. Nur: das Haus ist noch gar nicht wieder für die Öffentlichkeit zugängig ! Also ziehe ich unverrichteter Dinge davon – nicht ohne von der Frau am Tickethäuschen einen Tipp bekommen zu haben: Stourhead ist auch ganz in der Nähe (und auch auf meiner Liste).

Ich fahre einfach los – ohne vorher das Navi eingestellt zu haben und komme durch Westbury, wo ich meine mitgebrachte Semmel esse und ein paar Fotos mache. Jetzt möchte ich doch wissen, was es mit Stourhead auf sich hat und das Navi findet mein Ziel auch. Ende vom Lied? Alles wieder zurück, ich hätte rechts anstatt links aus Longleat rausfahren müssen…

In Stourhead gibt es wohl einen wunderbaren Garten – aber die Tickets für den Tag sind schon alle ausgebucht. Also laufe ich im äußeren Bereich nur soweit, dass ich ein paar Fotos machen kann und komme dann zum Auto zurück. Hier könnte man sich den ganzen Tag aufhalten, wenn man nicht noch was vor hätte…

Nach 90 Minuten quer durch die wunderschöne südenglische Landschaft erreiche ich bekannte Gefilde. Ohne Navi erreiche ich Boscombe und es fühlt sich an wie Heimkommen.

Kim begrüßt mich überschwänglich und ich darf ins große Schlafzimmer einziehen. Natürlich wird erst einmal geratscht, aber da sie heute noch eine Freundin erwartet, mache ich kurzerhand einen kleinen Marsch: zu den Klippen und dann runter am Strand entlang nach Bournemouth rein – Wandern auf alten Pfaden.

Was für ein Ausblick ! Aber was ist das? 4 große Kreuzfahrtschiffe liegen draußen im Wasser – als ob sie darauf warten, nach Poole in den Hafen einfahren zu können. Sie begleiten mich den ganzen Weg entlang, vor allem weil die Sonne eines nach dem anderen hell anscheint, gleichsam in den Vordergrund rückt.

Ich genieße jeden Schritt und Erinnerungen werden wach. Alles ist so vertraut – und doch kann ich die Stimmung fast intensiver in mich aufnehmen – eine tiefe Freude, wieder hier zu sein. Ich laufe den Boscombe Pier entlang, an den Strandhütten vorbei, bis ich schon von weitem das Riesenrad sehe. Wie schön !!!

Gerade als ich Kim schreiben möchte, dass ich zum Essen hier bleibe, kommt von ihr eine Nachricht, dass sie jetzt kochen wird und ich doch kommen soll. Na denn: schnell zum Bus (und „natürlich“ fährt der erste, in dem ich frage gleich nach Boscombe), so dass ich pünktlich zu Hause bin, als Kim das Essen aufträgt.

Mit Susannah verbringen wir einen sehr schönen Abend. Sie gibt mir viele Tipps, was ich in Cornwall anschauen soll – z. B. muss ich unbedingt noch 2 Nächte Tintagel einplanen – eine weitere sehr mystische Stadt.

Nach vielen Neuigkeiten und 2 Gläsern Wein falle ich in mein Bettchen und schlafe selig ein.

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